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I AM NOT YOUR NEGRO

von RAOUL PECK / USA | FR | BE | CH

2016, 93 Min., Englisch / dt. UT

 

Offizielle Webseite:
http://www.not-your-negro.de/

 

Filmfestspiele Berlin – Panorama

Publikumspreis – Bester Dokumentarfilm

Preis der Oekumenischen Jury

OSCAR

Nominierung Bester Dokumentarfilm

Chicago Film Festival

Publikumspreis – Bester Dokumentarfilm

Toronto Film Festival

Publikumspreis – Bester Dokumentarfilm

Philadelphia Film Festival

Publikumspreis – Bester Dokumentarfilm

und viele weitere Auszeichnungen an zahlreichen Filmfestival

 

 


Als der US-Schriftsteller James Baldwin im Dezember 1987 starb, hinterließ er ein 30-seitiges Manuskript mit dem Titel „Remember This House“. Das Buch sollte eine persönliche Auseinandersetzung mit den Biografien dreier enger Freunden werden, die alle bei Attentaten ermordet wurden: Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers. Die persönlichen Erinnerungen an die drei großen Bürgerrechtler verknüpft Baldwin mit einer Reflektion der eigenen, schmerzhaften Lebenserfahrung als Schwarzer in den USA.



I AM NOT YOUR NEGRO schreibt Baldwins furioses Fragment im Geiste des Autors filmisch fort und verdichtet es zu einer beißenden Analyse der Repräsentation von Afro-Amerikanern in der US-Kulturgeschichte. Baldwins Worte ertönen über Archivfotos, Filmausschnitte und Nachrichten-Clips der 1950er und 60er Jahre, die noch von Rassentrennung und einer beinah vollkommenen Unsichtbarkeit der Schwarzen in Hollywoods geprägt waren; sie erzählen von der Formierung der schwarzen Bürgerrechtsbewegungen und Baldwins kompliziertem Verhältnis zum Black-Power-Movement. In einer kühnen Erweiterung des literarischen Texts spannt der Film den Bogen bis in die Jetztzeit: zur noch heute gegenwärtigen weißen Polizeigewalt gegen Schwarze, den Rassenunruhen von Ferguson und Dallas und der Black-Lives-Matter-Bewegung.



In einem hochpolitischen Prozess der Aneignung schreibt I AM NOT YOUR NEGRO damit die US-Geschichte aus einer bis heute unterdrückten Perspektive neu. Der aus Haiti stammende Regisseur Raoul Peck („Lumumba“, 1992/2000; „Der Mann auf dem Quai“, 1993; „Der junge Karl Marx“, 2017) wurde für seinen mitreißenden Dokumentarfilm-Essay auf der diesjährigen Berlinale mit stehenden Ovationen gefeiert und mit dem Panorama-Publikums-Preis ausgezeichnet. Der Film war zudem für den Oscar als Bester Dokumentarfilm nominiert.



«I am not your Negro zeichnet ein beeindruckendes, oftmals auch schmerzhaftes Portrait einer Nation, die noch immer nicht angekommen ist, wo sie sein sollte, da das Gespenst des Rassismus nach wie vor lebendig ist. Das macht Raoul Pecks essayistische Dokumentation, die auf der Berlinale gefeiert wurde und für den Oscar nominiert war, zu einem imposanten Werk, das gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je ist. Diesen Film muss man gesehen haben!» cineman.ch

«Zwar mag die Machart des Films konventionell sein, dennoch entwickelt er einen Drive, der nicht zuletzt auf die fesselnde Präsenz seines Protagonisten zurückzuführen ist. So entwirft er das Bild eines unerhört klugen und brillanten Gesellschaftskritikers, der komplexe Zusammenhänge auf den Punkt zu bringen vermag, ohne sie zu verfälschen. Die Geschichte der Afroamerikaner, sagt Baldwin, lasse sich nicht von der Geschichte Amerikas trennen. Im Gegenteil: ‹Die Geschichte des Negers ist die Geschichte Amerikas. Und sie ist keine schöne Geschichte.›» Filmbulletin

«Eine wuchtige Informationswelle in schwarz-weiss überrollt die Zuschauer in I Am Not Your Negro, in welchem Raoul Peck sich mit Rassismus gegenüber der schwarzen Bevölkerung in Amerika beschäftigt. Als Grundlage dienten ihm die Schriften Baldwins, welcher sich seinerseits auf Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers bezog. Eine imposante, oscarnominierte Dokumentation mit vielen originalen und zeitgenössischen Aufnahmen und Fotografien.» outnow.ch

«Der gebürtige Haitianer Raoul Peck hat schon viele pointierte Filme über race relations und das gewaltsame Erbe von Sklaverei und Kolonialismus gedreht. Doch mit I Am Not Your Negro erreicht er eine neue Wucht. Diese schöpft sich in erster Linie aus den vielen Archivaufnahmen, die es von Baldwin gibt.» Der Spiegel

«Schwarz zu sein in den USA heißt, ständig zu kämpfen, um am Leben zu bleiben. Doch wenn man schon kämpfen muss, wie kämpft man am wirksamsten? Diese Frage stellt Baldwin, und Raoul Peck findet Bilder dafür, niemals moralisierend, immer aber berührend bis ins Herz. Baldwins bereits üppige Prosa findet in Pecks Umsetzung noch einmal auf ein neues Niveau, immer packend, voll Leidenschaft.» arte