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LA BELLE ET LA MEUTE

von KAOUTHER BEN HANIA / Tunesien

2017, 100 Min., Arabisch / dt. UT

 

Offizielle Webseite:
http://www.trigon-film.org/de/movies/La_belle_et_la_meute

 


CANNES - UN CERTAIN REGARD 2017

Prix del la meilleure création sonore

FILM FESTIVAL ANGOULÈME

Prix «Valois Magelis» du Jury Étudiant

GRAND PRIX DU CINÉMA DU MAGAZINE «ELLE»

Premier Prix

FILM FESTIVAL BRUXELLES

Prix Spécial du Jury  |  Prix «Cineuropa»

Im Labyrinth der Männergesellschaft   -  Eine Frau kämpft um Gehör

 


Mariam ist eine Uni-Studentin aus Tunis. Sie vergnügt sich gerne, geht mit ihrer Freundin an einen Discoabend und spricht Youssef an. Die beiden gehen ins Freie, und wenig später rennt Mariam durch die Strassen. Sie wurde von drei Polizisten vergewaltigt. Kaouther Ben Hania setzt danach ihre Erzählung an, in der eine Frau im Laufe einer Nacht versucht, Anzeige zu erstatten und dabei mit einem Männersystem konfrontiert wird.



Die Tunesierin Kaouther Ben Hania zählt zu den Künstlerinnen, die keine Hemmung haben, das Frausein im arabischen Raum zu thematisieren. In ihrem Mockumentary Le challat de Tunis ging sie im Gewand der Fiktion auf einer Recherche in der Realität und suchte nach dem Mann, der Frauen auf den Strassen seiner Stadt die Röcke aufgeschlitzt haben soll, wenn sie ihm zu kurz erschienen. Ihre Kamera lässt dabei nicht locker, sie befragt Männer wie Frauen in einer Männerwelt, die sich mit gottgegebener Selbstverständlichkeit als erhaben sieht. La belle et la meute nun ist ein richtiger Spielfilm, der freilich seinerseits auf einem realen Ereignis beruht. Eine junge Frau wird vergewaltigt und findet sich auf der Suche nach Gerechtigkeit verzweifelt zum zweiten Mal als Opfer wieder. Die Männerwelt schützt sich, und Frauen stehen den Mannsbildern bei.

 

Die aufstrebende tunesische Schauspielerin Mariam Al Ferjani hat keinen einfachen Stand, muss sie doch Situationen spielen, in die ihre Figur gerät und die Kaouther Ben Hania mit fiebriger Kameraführung und Nähe zu erfassen sucht. Das Streben geht, wie schon bei Le challat de Tunis, ins möglichst Authentische, man hat das Gefühl, man sei eins zu eins dabei in dieser nächtlichen Suche nach einem Strohhalm der Hoffnung. La belle et la meute ist ein Film über die Schutzlosigkeit einer jungen Frau nicht nur draussen in den Strassen, wo sie als Freiwild behandelt wird, nein auch drinnen im Spital, auf der Polizeistation, wo immer sie hineilt. Ben Hania zeichnet ein schonungsloses Bild ihrer Gesellschaft, und Reaktionen wie die einer Exiltunesierin, die vom Film gehört hat und ihn verurteilt, weil eine Vergewaltigte selber schuld sei, zeigen, wie wichtig Ben Hanias Film und ihre resolute Stimme sind.

Walter Ruggle  |  trigon-film



«Dieser Film ist in Zeiten von #MeToo brandaktuell.» NZZ am Sonntag

«Die Geschichte wühlt auf, reisst mit und endet verhalten optimistisch. Ein eindringlicher Film.» Maximum Cinema

«Kaouther Ben Hania geht es in ihrem zweiten Spielfilm nicht um die Inszenierung der Gewalt, sondern vielmehr um die institutionelle patriarchale Repression, die ihrer Heldin beim vergeblichen Versuch, ihre beiden uniformierten Peiniger anzuzeigen, widerfährt.» WochenZeitung

«Eine vom Staat geförderte, tunesische Produktion in dieser Form wäre vor dem Arabischen Frühling noch undenkbar gewesen.» SRF Kultur

«Obwohl in Tunesien gedreht, ist «La Belle et la Meute» von Kaouther Ben Hania der passende Film zur #Metoo-Debatte. Wenn er ins Oscar-Rennen ginge, hätte er grosse Chancen auf eine Auszeichnung.» Neue Zürcher Zeitung

«Ben Hanias mutige Fiktion wird zum Plädoyer für Frauen, aber auch für Recht und Respekt.» Literatur & Kunst

«Die forcierte Dringlichkeit ihrer Auseinandersetzung mit Willkür und Machismo kommt der Unerträglichkeit einer realen Entsprechung der Filmsituation verdammt nahe.» P.S. Zeitung



«Aus dem unschuldigen Studentenmädchen wird eine tunesische Jeanne d‘Arc. Mariam Al Ferjani liefert das ganze emotionale Spektrum, das die Geschichte von ihr verlangt, überzeugend ab. Ein gut geschriebenes Drehbuch, eine stimmige Dramaturgie und nicht zuletzt ein Casting, das für jede noch so kleine Nebenrolle die perfekte Besetzung gefunden hat.» Ensuite

«Das Thema ist wichtig, die filmischen Mittel sind ambitioniert – so inszeniert die Regisseurin die Handlung in neun Kapiteln, die jeweils eine ununterbrochene Einstellung darstellen.» Züritipp

«Eine Parabel kafkaesker Dimension.» Der andere Film

«Dieser Film ist von trauriger Notwendigkeit.» Le Temps

«Als erstaunlicher feministischer Thriller ist La belle et la meute vor allem die atemlose Chronik einer Geburt von politischem Bewusstsein.» Télérama

«Ein wahrer Faustschlag.» 20 Minutes