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MALARIA - THE VIBES OF TEHRAN

von PARVIZ SHAHBAZI / Iran

2016, 90 Min., Farsi / dt. + frz. UT

 

Offizielle Webseite:
http://www.trigon-film.org/de/movies/Malaria

 


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Preis Bester Film

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Preis Bester Film

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Am Puls der Jugend  - 

Liebe, Lügen und Handyfilme: direktes, pulsierendes Kino aus dem Iran

 


Im Spielfilm Malaria haut die junge Hanna mit ihrem Freund ab und schlägt sich aus der Provinz in die Hauptstadt Teheran durch. Parviz Shahbazi erzählt ihre Geschichte in fiebrigen Aufnahmen, die er teils im Stil von Handy-Videos rekonstruiert, um der Jugend im Iran den Puls zu nehmen. Hanna verbringt ihre Zeit mit einer Gruppe von Musikern, die sich Malaria nennt.



Am Anfang liegt ein gefundenes Smartphone in den Händen eines Polizisten. Er versucht, es wieder in Gang zu setzen, und stöbert als erstes in den Videos, die sich darauf finden. Über sie steigen auch wir in die Geschichte einer jungen Frau mit Namen Hanna ein, die zusammen mit ihrem Freund Mori zuhause in der Proviz abgehauen ist und sich nach Teheran durchschlägt. Der Zufall bringt die beiden in den Kleintransporter des Strassenmusikers Azi, und der bemüht sich, dem Liebespaar zu helfen. Immer mehr gerät er dadurch selber in den Strudel der Suche nach der vermeintlich entführten Tochter, wird schliesslich gar als Kidnapper verhaftet.



Parviz Shahbazi, der das Buch geschrieben, die Szenen lebensnah inszeniert und atemlos montiert hat, taucht mit seinen Bruchstücken einer Flucht ein ins Leben Jugendlicher im Iran von heute, wo die rückwärts gewandte Politik jeder  Bewegung dauernd im Wege steht und doch nicht verhindern kann, dass durch die Strassen und in den Häusern ein Vibe strömt. Das Spiel mit den Mobilaufnahmen verleiht dem Ganzen eine ungemeine Authentizität: Da ist eine junge Frau permanent ausgeschlossen durch absurde Gesetze, auf der Flucht vor Vater und Brüdern, um zu sich selber zu finden. Das ist direktes, unbeschönigendes, hautnahes und lebhaftes Kino aus dem Iran.

Walter Ruggle  |  trigon-film



«Malaria ist das pulsierende Porträt zweier Jugendlicher auf den Straßen von Teheran und fängt den Vibe der iranischen Hauptstadt mit dokumentarischer Unmittelbarkeit ein.» Filmfest Hamburg

«Genial montiert aus Bildern, die auf einem verlorenen Handy gefunden wurden, malt Shahbazi ein zugleich fröhliches und düsteres Bild vom heutigen Teheran und der iranischen Jugend.» Screen International

«Wir sind durch die Form, die der Film gewählt hat, mittendrin im landesweiten Sog nach Freude, aber auch eingebunden in die Widersprüche, die den iranischen Alltag prägen.» Seniorweb

«Ein energisches und modernes Portrait der Jugend in Teheran.» Telerama

«Schräg, überraschend und menschlich ist das iranische Kino – so wie der Film «Malaria» von Parviz Shahbazi. So folgt man in einem der schönsten Beiträge des Festivals, «Malaria», einem jungen Paar auf der Flucht vor den Eltern. Sie will ihrem Vater weismachen, sie sei entführt worden; er wird wütend, als sie Unterschlupf bei einem Musiker suchen müssen, weil ihnen ohne eine Bestätigung der Sittenpolizei kein Hotel ein Zimmer gibt. Sehr intuitiv und musikalisch entwickelt der Film von Parviz Shahbazi seinen eigenen Erzählfluss auf den Strassen Teherans, wo schliesslich die jungen Leute fahnenschwingend den Abschluss des Atomabkommens feiern. Bemerkenswert ist die gleichzeitig formale Eleganz der Kameraführung, wenn etwa das Smartphone nicht zum reinen Selbstzweck eingesetzt wird, sondern zum Werkzeug des Rollenspiels zwischen Beobachter und Beobachteten wird.» NZZ