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OHNE DIESE WELT

von NORA FINGSCHEIDT / Deutschland

2017 | 115 Min. | Deutsch, Plattdeutsch, Spanisch / dt. UT

 

Offizielle Webseite:
https://www.looknow.ch/pdf/ohneWelt_d_press.pdf

 


Das Leben einer leisen Gesellschaft zwischen Abschottung und Wandel

 

Argentinien, heute: In einer vergessenen Region im heissen Norden Argentiniens leben etwa 700 deutschstämmige MennonitInnen wie im 18. Jahrhundert. Sie sprechen ein altes Plattdeutsch und leben von Ackerbau und Viehzucht.

 

 

 

Anstelle von Autos benutzen sie Pferdekutschen, ihre einzigen Schulbücher sind die Bibel und der Katechismus. Stromanschlüsse, Telefone oder Radios verbietet ihre Religion. Das Leben soll nicht bequem sein. Die Mennoniten leben in ihrer Kolonie ein möglichst frommes Leben für Gott und hoffen, dass auch ihre Kinder diesen Weg weitergehen. Dem Einfluss der «Welt» – so nennen sie alles ausserhalb ihrer Glaubensgemeinschaft – wollen sie sich weitestgehend entziehen.

 

Deshalb kamen sie vor 18 Jahren aus Mexiko hierher. Doch dem Einfluss des Nachbardorfs können sich die Jugendlichen nur schwer entziehen…

 

 

 

2017 am Max-Ophüls-Preis-Festival in Saarbrücken, dem wichtigsten deutschen Festival für Nachwuchsfilme, als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet, ist «Ohne diese Welt» ein Film, in dem scheinbar nichts passiert und sich dennoch viele kleine Geschichten entwickeln. Und dessen scheue Protagonisten einem ans Herz wachsen.

 

 

 

«Nora Fingscheidt ist das filmmacherische Kabinettstückchen gelungen, zum ersten Mal überhaupt in einem Fleckchen Erde zu drehen, wo Autos oder Telefone noch absolut verboten sind.» kinozeit.de

 

«Ein gelungener, nachhallender Dokumentarfilm.» Berliner Kulturrezensionen

 

«Eine bizarre, schöne und ein wenig unheimliche Welt mitten in der heissen Savanne Argentiniens.» zdf.de

 

«Geduldig und unsentimental visualisiert Fingscheidt den Alltag der Bewohner. Es ist eine skurrile aber – aufgrund der Schönheit der Savanne Argentiniens – durchaus auch erhabene Lebenswelt, in die der Zuschauer mit ihr zusammen eintaucht. Und man wird Zeuge eines extrem archaischen Daseins, das geprägt ist von harter Arbeit und in dem die Errungenschaften der modernen Welt keine Rolle spielen ... Durch das Fehlen einer einordnenden Off-Kommentierung verzichtet sie zudem auf ein eigenes Urteil und fordert die Zuschauer selbst zum Reflektieren und Nachdenken über dieses aussergewöhnliche Leben auf.» cineman.ch

 

 

 

«'Ohne diese Welt' fasziniert, weil man als Zuschauer kaum glauben kann, dass sich eine solche Lebensweise in einer vermeintlich globalisierten Welt halten kann. Weil es Menschen gibt, die in einem Deutsch sprechen, wie es vor 200 Jahren gesprochen wurde ... Die 34-jährige Filmemacherin fing die Stimmung mit respektvoll und unhektisch geführter Kamera ein, ohne die patriarchalen, erdrückenden Strukturen anzuprangern. Irritieren ihre langen Sprechpausen in den Interviews anfangs noch, so fühlt es sich am Ende des Films nach dem natürliche Tempo einer Gemeinschaft an, die der Eile der modernen Gesellschaften eisern entsagt.» reformiert.info

 

«Die 1983 geborene deutsche Regisseurin Nora Fingscheidt erhielt nun als erster "Weltmensch" eine Dreherlaubnis. Herausgekommen ist ein von langen, ruhigen Einstellungen getragenes Porträt einer religiösen Gemeinschaft, das zwischen Befremden und Faszination schwankt.» NZZ

 

 

 

«Nora Fingscheidt geht mit sensiblem Blick vor und beweist mit dem Schnitt Gespür für Rhythmus. Indem sie auf eine musikalische Untermalung verzichtet, gibt sie dem Gesagten und den Bildern mehr Gewicht. Die Bilder hat sie sorgfältig komponiert und die Landschaftsaufnahmen strahlen Ruhe und Würde aus. „Ohne diese Welt“ ist ein gelungener, nachhallender Dokumentarfilm.» berlinerkulturrezensionen.wordpress

 

«Nora Fingscheidt nähert sich in ihrem Dokumentarfilm ganz sachte und mit viel Respekt dieser ungewohnten Lebenswelt an, wo die Männer den Ton angeben und die Frauen sich schweigend im Hintergrund halten ... Dennoch gelingt es Fingscheidt, ganz intime Momente festzuhalten und tiefe Einblicke in eine Welt zu zeigen, die sich – da stimmen sogar die Mennoniten zu – zwangsläufig verändern wird.» medientipp.ch