Programm

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SIBEL

von GUILLAUME GIOVANETTI und ÇAĞLA ZENCIRCI / Türkei

2018 | 95 Min. | Türkisch / dt. + frz. UT

 

Offizielle Webseite:
https://www.trigon-film.org/de/movies/Sibel/documents/Dossier_Medien.pdf

 


Filmfestival Locarno 2018

FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik | Preis der Jugend-Jury | Preis der Ökumenischen Jury

 

Cinémed Montpellier

Prix du Public et de la Critique

 

Filmfestival Hamburg

Hamburger ProduzentInnen-Preis „Beste Europäische Kino-Koproduktion"

 

Adana Film Festival

Best film | Best actress | Best Supporting Actor

 


 

Selbstfindung einer jungen Frau - Eine junge Frau pfeift auf Normen

 

Sibel ist 25 Jahre jung und lebt mit Vater und Schwester in einem abgelegenen Bergdorf am Schwarzen Meer. Sie ist stumm, kann aber dank einer in der Region verbreiteten Pfeifsprache kommunizieren. Sibel treibt sich in den Wäldern herum und sucht einen Wolf, der Fantasien und Ängste der Frauen im Dorf beflügelt. Bei einem ihrer Streifzüge trifft sie auf einen Fremden, um den sie sich kümmert. Zum ersten Mal nimmt jemand sie ernst.

 


 

Gepfiffen wird in diesem Film immer wieder. Das ist kein Spleen des Filmpaars Guillaume Giovanetti und Çağla Zencirci, weil es der stummen Hauptfigur so eine Kommunikationsmöglichkeit geben wollte: Nein, sie haben ihre Geschichte in der Region um Kusköy am Schwarzen Meer angesiedelt, wo die Menschen eine althergebrachte Pfeifsprache beherrschen. Die exotisch anmutende Vogelsprache gehört zur Zeichnung der Hauptfigur. Diese heisst Sibel, und ihre Schönheit ist vorerst eine raue, wilde, äussere, denn der Film beschreibt so etwas wie den Weg einer Menschwerdung. Sibel, ein «Enfant sauvage», lernt ihre Schönheit zu begreifen: Es ist die Geschichte einer Selbstwerdung.

 


 

Die atemlos wirkende Sibel wird verkörpert von Damla Sönmez, die den Film wie ein Stummfilmstar prägt. Ihre Stummheit hat sie im Dorf in die Aussenseiterinnenrolle gezwungen, sie ist gern allein, bricht auf in den Wald, wo sie sich ein kleines Refugium eingerichtet hat. Die Aufnahmen aus den Hängen der atmenden Bäume sind überwältigend, die Landschaft verschlingt die Menschen, der immense Wald ist Rückzugsort, Fluchtpunkt, Märchenwald und Hort der Ängste. Wenn Sibel rastlos zwischen den Bäumen umherrennt, schlägt ihr Puls hoch und unserer mit ihrem. Alles spitzt sich zu, als die wilde junge Frau im Wald auf einen Fremden stösst, der sich versteckt. Endlich erfährt sie, wie ihr jemand auch ohne Vorurteile begegnen kann. Das Filmerpaar beschreibt eine Annäherung, die aus radikaler Abwehr heraus geschieht und letztlich in ihrer Wildheit zärtlicher wirkt als das, was das Kino uns traditionell bietet. Sibel ist eine junge Frau, die sich selber finden und erfahren muss, um in der Gemeinschaft künftig Bestand zu haben.

 

trigon-film

 


 

«Sibel, eine junge Frau, die sich durch ihre Wildheit, Wärme, Mut, Eigensinn, aber auch Aufopferungsbereitschaft auszeichnet. Dieser außergewöhnliche Film erzählt die Geschichte einer Selbstbehauptung in einer konservativen, nahezu archaischen Gesellschaft der heutigen Türkei. …Sibel wird in großen, wunderschönen Kinobildern und betörend schönen Landschaften erzählt. Sibel bringt eine ungewöhnlich starke Frauenfigur zum Leuchten. Sibel ist große Kinounterhaltung. Sibel macht Spaß und am Ende pfeift sie auf jede Konvention.» Jury des Hamburger ProduzentInnen-Preises

 

«Sibel ist ein zeitgenössisches Märchen.» Radio SRF

«Der Film zeigt ein kraftvolles Bild einer Figur, die patriarchalische Strukturen und Identitäten in Frage stellt und so zu einem Beispiel für die Würde der anderen Frauen in der Gemeinschaft wird.» Ökumenische Jury Locarno

 



«Der Film zeichnet auf überzeugende und bewegende Weise nach, wie wichtig es ist, den eigenenWeg zu gehen.» j:mag

 

«Eine ungewöhnlich starke Frauenfigur.» Der Freitag

«Endlich ein Film, der ein ordentliches Tempo anschlägt, dessen Kameraarbeit und Montage von grosser cineastischer Qualität sind. Und vor allem: Endlich ein Film, der anhand eines klug aufgebauten Drehbuchs eine stringente Geschichte erzählt, dabei auf Andeutung statt unnötige Erklärung setzt und vor allem aufs Moralisieren verzichtet, obwohl alles, was in «Sibel» geschieht, gesellschaftspolitisch motiviert ist.» NZZ am Sonntag

«„Sibel“ nimmt uns mit in eine entlegene Gegend der Türkei, wo eine stumme 25-Jährige gegen die Traditionen anpfeift. Das hat viel über die Gesellschaft zu sagen und ist doch gleichzeitig märchenhaft. Ganz stark ist zudem die Hauptdarstellerin, die den Balanceakt zwischen unabhängig und sehnsuchtsvoll schafft, obwohl sie kein einziges Wort sagt.» film-rezensionen.de

 

«Eine überzeugende Emanzipationsgeschichte ... Es ist ihnen gelungen: Ihre Geschichte einer Aussenseiterin, die mit der Hilfe eines anderen Aussenseiters das Selbstbewusstsein gewinnt, den Status quo anzufechten, ist kohärent und clever erzählt. Der Film bietet starke Momente und malerische Aufnahmen, die konsequent in die Gesamtdramaturgie integriert sind.» cineman.ch

«In der Besetzung von professionellen Akteuren und Laien manifestiert sich ein offener Blick auf das Anderssein, das in einem visuell aufregenden und inhaltlich packenden Konzept mündet.» artechock.de