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ONLY THE RIVER FLOWS

von WEI SHUJUN / China

2023 | 101 Min. | CH-Deutsch / dt. + frz. UT

 

Offizielle Webseite:
https://sister-distribution.ch/de/movie/only-the-river-flows

 


Regen, Rauch und Rätsel

 

Visuell aufregender, emotional mitreißender und höchst spannender Serienmörderfilm aus China. Umgeben von Dunkelheit und Wasser droht Polizist Ma Zhe an einem rätselhaften Fall zu zerbrechen.

 

Wir befinden uns in den 1990er-Jahren im ländlichen Süden Chinas. An einem Flussufer in der Nähe einer kleinen Stadt wird die Leiche einer Frau gefunden. Ma Zhe, Teamleiter bei der lokalen Kriminalpolizei, beginnt mit seinen Ermittlungen.

 

 

 

Doch was zunächst nach Routine aussieht und schon bald zu einer Verhaftung führt, ist in Wahrheit ein großes Rätsel. Die dramatischen Ereignisse nehmen zu und Ma Zhe droht allmählich an dem Fall zu zerbrechen.

 

 

 

Wie im Film noir des klassischen Hollywoods geht es hier aber neben der Krimihandlung um die unvergleichliche Atmosphäre aus undurchdringlicher Dunkelheit, Licht und allgegenwärtig fließendem Wasser. Auf körnigem 16mm-Material gedreht, wirkt der Film, als sei er zu der Zeit entstanden, in der er spielt.

 

Die mitreißenden Geschehnisse gipfeln schließlich in einer der beeindruckendsten Traumsequenzen der jüngeren Kinogeschichte.

 

 

 

«Es gibt Filme, in denen es in jeder Szene regnet und man möchte, dass es nie mehr aufhört. Tropfen sammeln sich auf den Fenstern, das Licht zerbricht in tausend Teile im feuchten Nebeldunst, und von den Wimpern der Figuren löst sich eine Nässe, von der man nicht sagen kann, ob es sich um Tränen oder Regen handelt. Die Wahrnehmung verliert sich in sanftem Geplätscher und grauer Tristesse, und eigentlich ist egal, was genau geschieht, man folgt allem wie im Halbtraum. Wei Shujuns Only The River Flows ist ein solcher Film, somnambul und unwirklich, eine labyrinthische Kriminalgeschichte, die sich ästhetisch labt in fast vergessenen Freuden des Kinos. [...] hinter dem scheinbar puren Kinogenuss versteckt sich eine subversive Geste, welche die chinesische Exekutive in einem absurden Strudel der Unfähigkeit [...] blossstellt und zeigt, wie Gerechtigkeit nur ein möglicher Grund ist, ein Verbrechen aufzuklären. Am Ende zählt, was der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, und das ist das Gegenteil des Kinos: ein klares Strahlen der bedeutungsschweren Gewissheit statt eines surrealen Regenschleiers des Zweifels.» Patrick Holzapfel | NZZ

 

 

 

«Only the River Flows hat alle Zutaten eines klassischen Crime-Thrillers. Und doch ist die Adaption einer Novelle des Schrifstellers Yu Hua viel mehr als das. Meisterhaft verbindet Regisseur Wei Shujun die Nachforschungen des Protagonisten mit dessen persönlicher Abwärtsspirale und den gesellschaftlichen Zwängen. Der Grundton ist düster, die Stimmung nass-kalt. Hin und wieder lockern aber auch skurrile Humoreinschübe das Geschehen auf. Fans restlos auserklärter Filme seien dennoch gewarnt: Zum Ende hin wird es immer mysteriöser!» Christopher Diekhaus | Cineman

 

 

 

«Wei Shujun gehört zu den spannendsten neuen Stimmen des chinesischen Kinos. Mit Only the River Flows inszeniert er einen stilistisch präzisen, aber emotional zurückhaltenden Noir-Krimi, der mit seiner düsteren Atmosphäre fesselt.» Cineman

 

 

 

«Only the River Flows ist ein Psychospiel in Moll. Beethovens "Mondscheinsonate" dient Shujun als musikalisches Motiv. Angenehm verwirrt, neugierig und ein wenig schaudernd tappt der Zuschauer mit dem grüblerischen Kommissar durch die Provinz übermöblierter Räume, modriger Fassaden, schmalen Gassen – wie durch ein Labyrinth, in dem jeder Zeuge nichts oder nur etwas Vages gesehen haben will. Immer verwirrender wird das Flickewerk der Beweise und möglicher Zusammenhänge. Jedes Detail das sich mühsam herauskristallisiert, verrätselt ein neues. Und Ma Zeh schillert, trotz seiner brütenden Verschlossenheit, in faszinierenden Illuminationen; nach wenigen Minuten ist man ihm verfallen.» Wolfram Knorr | Weltwoche